Samstag, 2. Juli 2011

28.06. - 01.07. Abrolhos und Wale

an der Nordseite der Insel Santa Barbara, wo sich noch ein deutsches Segelboot zu uns gesellte, haben wir am 30.06. zum Schnorcheln noch kurz an die Westseite von Redonda und Siriba verlegt. Danach sind wir bei herrlichem Sonnenschein am Nachmittag aufgebrochen, weiter gen Rio.
In der Abendsonne sitzen wir an Deck, als unsere Aufmerksamkeit von einer Wasserfontaine am Horizont abgelenkt wird. Kurz darauf noch eine und noch eine... dann neben uns, hinter uns..... und  d i r e k t  vor uns! Wale zum greifen nah. Die Tiere direkt vorm Bug lassen sich, im Gegensatz zu den Menschen an Deck, die total aus dem Häuschen sind, gar nicht aus der Ruhe bringen. Ein Wal taucht im letzten Moment unter und hinterläßt mit seiner Luftblase eine kreisrunde Spiegelfläche auf dem Wasser. So etwas haben wir noch nie erlebt.
Langsam zieht die Herde um uns herum ihre Bahn. Lange sehen wir noch hier und da Fontainen aufsteigen, bis die Dunkelheit sie mitnimmt in die Nacht.
In den kommenden Monaten ziehen Wale aus der Antarktis bis in das Archipel der Abrolhos um sich zu paaren. Sie kommen uns entgegen und wir hoffen, dass sich uns nachts kein schlafender Wal in den Weg legt. Übrigens, ein Wal hatte Mundgeruch. Ein unvorstellbar übelriechender Gestank nach verfaultem Fisch, der in der Nacht an unserem Cockpit vorbeizog, ließ Michael erschaudern.
Am Morgen des 01.07. motoren wir auf dem platten Wasser des Südatlantik und wiegen auf der Dünung von einer Seite zur anderen.




Sonntag, 26. Juni 2011

Heute Nacht ist der Wind günstig - auf nach Rio

seit Tagen beobachten wir das Wetter. Die einzige Möglichkeit hier wegzukommen bietet sich heute Nacht. Mit ganz wenig Wind in einem Wetterfenster von 36 Stunden ohne großen Wind gegenan. In der Zeit müssen wir etwa 180nm schaffen und das im Atlantik gelegene Archipel der Abrolhos erreichen. Bestätigt sich die Windvorhersage von heute, können wir von dort am Donnerstag Richtung Rio de Janeiro segeln.
Hier ein paar Fotos der letzten Stationen

Dienstag, 21. Juni 2011

Ein ungeplanter Stopp in Ilhéus

unsere Reise gestaltet sich zur Zeit etwas holperig.
Zu allem Überfluss zerriss es uns in der Nacht bei Regen das Großsegel und Michael musste das Rollsegel mit eingenähten Latten allein bergen, da ich am Ruder stand, denn der Autopilot funktionierte auch nicht.
Nun kam zwar endlich unsere neue Segelgarderobe zum Einsatz, die schon zur Atlantiküberquerung gedacht war, aber was für ein Stress mitten in der Nacht!

Wir sind nach Ilhéus abgelaufen, da Wind und Strömung gegen uns waren und ich Zahnschmerzen bekam. Hier haben wir zum Glück rasch eine Praxis gefunden, die mich sofort behandeln konnte.
Nun liegen wir vor dem Iate Clube Ilhéus, relativ ruhig ohne großen Schwell, aber leider ohne W-Lan.
Das haben wir im Vesuvio gefunden, das im Jahr 1920 von 2 Italienern eröffnet wurde und durch den Roman Gabriela, Cravo e Canela (Gabriela, wie Zimt und Nelken) von Jorge Amado Berühmtheit erlangte.

Die Taxifahrer, die hier auf die nächste Tour warten, vertreiben sich die Zeit mit Fernsehen - Fussball natürlich! Was sonst in Brasilien.