Samstag, 10. September 2011

Paranaguá im Regen

Hier im Iate Clube de Paranaguá liegen wir am Fingersteg A6, direkt an der Tankstelle, was manchmal sehr laut und schwellig wird. Zuerst lagen wir am Steg D, der deutlich ruhiger zu sein scheint. Von dort mussten wir wieder ablegen, weil ein größeres Schiff dort anlegen sollte. Die Strömung und der hilfswillige Clubangestellte Emerson hätten beinahe unser Schiff schwer beschädigt. Beim Ablegen trieb die starke Strömung das Schiff schnell an den gegenüberliegenden Steg und Michael konnte das Boot nicht halten. Ich versuchte mit Emerson, der plötzlich flink an meiner Seite mit Hand anlegte, das Boot vom Steg abzuhalten. Aber vergeblich, der Steg gab nach und das Holz zerbarst unter der Last von Anico, die zum Glück keine Löcher in den Rumpf bekam. Michael konnte Anico auch deshalb nicht steuern, weil Emerson Anico gar nicht losgemacht hatte am anderen Steg. Meine Güte! Und hier bewahrheitet sich es wieder: 1. alle Schäden entstehen in Häfen 2. mach dein Schiff allein fest 3. Mach dein Schiff allein los!
Nun denn, ob wirklich etwas beschädigt ist, stellt man meist erst viel später fest.

Jedenfalls waren wir bereits leicht angeschlagen, da wir auf eine der vielen Sandbänke gelaufen sind. Der erste Geier kam gleich angeflogen und witterte schon fette Beute. Aber ein kleiner Schlepper hielt an und zog uns mit viel Mühe frei.

Wir liegen hier jetzt seit 5 Tagen im Regen. Es schüttet, wie aus Kübeln - ganz Hamburg-like-! 2 Tage lang haben wir uns richtig eingeigelt und es uns gemütlich gemacht.

Unseren Großeinkauf im Supermercado Condor haben wir für 309,00 R$ erledigt, etwa 135.00 EUR.Die Supermärkte in Brasilien liefern in der Regel alle frei Haus. Das erspart uns Schlepperei und wir kaufen natürlich viel mehr ein.

Heute am 09.09.2011 sind wir mit dem Leihwagen über Curitiba, die zu den schönsten Städten Brasiliens zählt, die viel beschriebene Estada da Graziosa entlang gefahren. Eine kurvige Serpentinenstraße, die noch ein wenig von dem Atlantischen Regenwald bestaunen läßt, der noch nicht abgeholzt wurde.
In Curitiba begegneten wir Herrn Kumm, dessen Großvater nach Brasilien ausgewandert ist. Herr Kumm spricht ein akzentfreies Hochdeutsch. In den südlichen Staaten Brasiliens leben viele deutsche Einwanderfamilien in dritter und vierter Generation. In Blumenau ist nächsten Monat wieder Oktoberfest!

Das Wetter ist nach wie vor regnerisch und der für uns brauchbare Nordwind läßt auf sich warten.
So verlassen wir morgen den Iate Clube und legen uns vor die Ilha do Mel (Honiginsel). Dort gibt es auch noch so viel zu sehen.

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