Mittwoch, 8. Februar 2012

Puerto Williams - Caleta Ferrari

Mit Anbruch des Abends (07.02.2012, 22:30utc/19:30lt) verlassen wir den Anleger der Micalvi in Puerto Williams. Der Wind weht von vorn aber schwach und ANICO trotzt dem Wetter mit 4-5kn Fahrt. Unser Ziel für dies Wetterfenster ist der Ushuaia gegenüber liegende Puerto Navarino, etwa 25nm entfernt. Der Wind ist gnädig und läßt uns noch ein Stück weiter den Beaglekanal hinauf in die Bahia Yensegaia. Ushuaia leuchtet uns an die Berge gekuschelt entgegen. Ein Lichtermeer, wie wir es wohl lange nicht mehr sehen werden.

Hinter Ushuaia verläuft die argentinisch/chilenische Grenze.
Mit Anbruch des nächsten Tages fällt ANICOs Anker auf LATITUDE: 54°51.40'S LONGITUDE: 068°48.93'W und wir zum Umfallen müde in die Koje.
Der letzte Tag in Puerto Williams verlief leider nicht wie geplant, mit einem schönen Spaziergang in die Berge. Ab Mittag war nur noch Bewegung im Hafen. 2 Boote wollen zum Tanken, 2 weitere auslaufen. Also alle Leinen los und raus aus der Enge, damit die innen liegenden Segler rauskommen. Ein Schiff, was vor Anker lag, kommt just in dem Moment in den Hafen, als wir alle ablegen wollen. Mit grossem Gebrüll wird dem Skipper schnell klargemacht, dass er umdrehen soll, damit wir heraus können. Nach 45 Minuten ist alles wieder einigermaßen geordnet und wir unterhalten uns mit der Victoria aus Neuseeland. Sie hat kurz bei uns festgemacht und wartet die angekündigten 10 Minuten
darauf, dass eine Charteryacht aus F den Liegeplatz hinter uns verläßt. So warten wir wieder eine Stunde, aber bei den Franzosen rührt sich nichts. Wir schlagen der Victoria deshalb vor, den Platz mit uns zu tauschen. Wir gehen heute Abend sowieso raus, und wenn wir aussen liegen, muss das Päckchen nicht mehr aufgemacht werden.
ANICOs Diesel wird also wieder angeschmissen und wir machen Platz für die Victoria, um wenig später an ihre Längsseite zu gehen. Aber weit gefehlt! Wir meinten es gut und hatten den Ärger. Kommt doch tatsächlich ein Segler angefegt und "klaut" uns den Platz an Victorias Seite. Und dort werden auch noch die Leinen von dem Belgier aus Antwerpen angenommen. Ich fasse es nicht. Genauso sprachlos steht mein Skipper daneben und wir können nur noch den Kopf schütteln über soviel Frechheit und unseemännisches Verhalten.
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